Veranstaltungen in der Lyrikhandlung
Veranstaltungen in der Lyrikhandlung
Vom Lauschen Zuhören und Genießen – Jeweils am 1. Sonntag des Monats um 11.00 Uhr
Begleitet von einem köstlichen Brunch hören wir Gedichte zum Thema „Liebesfreud und Liebesleid“, zu Christine Lavant, Christine Busta oder Ingeborg Bachmann im Originalton. Es wird ein poetischer und köstlicher Sonntagvormittag werden. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Ausführliche Infos gibt es hier.
Die nächsten Termine:
7. Juni 2026: Christine Lavant: Die Bettlerschale, Gedichte
5. Juli 2026: Rose Ausländer: Gedichte
2. August 2026: Rose Ausländer: Gedichte
Weitere Termine folgen.
Zudem ist in Vorbereitung:
Ingeborg Bachmann: Gedichte 1948 – 1957
Eine Anmeldung ist erforderlich, telefonisch unter 07071-566 7171, per Email an Info@lyrikhandlung.de oder am einfachsten per Anmeldeformular.
In den Sommermonaten, bei schönem Wetter, findet die Veranstaltung im Museumsgarten (Bursagasse 6, Tübingen) des Hölderlinturms statt!
Veranstaltungen in 2026
Samstag, den 13. Juni 2026 um 17.00 Uhr
ich lade ich Sie sehr herzlich zur Lesung mit Esther Kinsky in die Lyrikhandlung am Hölderlinturm, Bursagasse 15, 72070 Tübingen, ein:
Esther Kinsky liest aus Ihrem Gedichtsband
Heim.Statt
Moderation: Michael Raffel
Termin: Samstag der 13. Juni 2026 um 17:00 Uhr, Bursagasse 15, 72070 Tübingen
Eintritt: 20 Euro (für Lesung, Brot und Wein) Ermäßigung: 15 Euro
Um Anmeldung wir gebeten: telefonisch unter 07071 566 71 71, per Email an Info@lyrikhandlung.de oder am einfachsten per Anmeldeformular
Zum Buch
Bilder von Flucht, Vertreibung und Versehrung über die Jahrtausende hinweg, in Historie und Mythos: Eurydike, panisch vor einem ihr nachstellenden Gott fliehend, übersieht die Schlange und stirbt an ihrem Biss. Landlose Häusler in Nordschottland, auf minderwertiges Land umgesiedelt oder zur Auswanderung gezwungen. Eine junge deutsche Adelige, gebildet und begabt, widersetzt sich dem »Gegebenen«, »den Sitten der Gefälligkeit« ihres Standes. Eine Magd in Polen verwandelt sich in einen Vogel und entkommt so der Arm t und den Zumutungen des Lebens. Im äußersten Norden Italiens verweigern Frauen, über Monate auf sich allein gestellt, nach der Rückkehr der Männer die menschliche Sprache.
Esther Kinskys Heim.Statt ist ein Zyklus aus sieben mehrstimmigen Langgedichten, verbunden durch kurze Zwischentexte, die wiederkehrende Motive der Gewalt, der Verletzung, des Verstummens zum großen Thema der Flucht bündeln
und verdichten. Wie Aufbruch und Verlust immer schon Bestandteil des menschlichen Daseins waren, Anlass zu Hoffnung und Trauma gleichermaßen, dafür findet Esther Kinsky berührende Bilder und eine bezwingende Sprache.
Zur Autorin
Esther Kinsky wurde in Engelskirchen geboren und wuchs im Rheinland auf. Für ihr umfangreiches Werk, das Lyrik, Essays und Erzählprosa ebenso umfasst wie Übersetzungen aus dem Polnischen, Russischen und Englischen, wurde sie mit zahlreichen namhaften Preisen ausgezeichnet.
Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung 2024
Droste-Preis 2024 Premio Strega Europeo 2023 (Nominierung)
Deutscher Buchpreis 2022 (Longlist)
Kleist-Preis 2022
Warwick Prize for Women in Translation 2021 (Longlist)
W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2020
Deutscher Preis für Nature Writing 2020
W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2020
Christian-Wagner-Preis 2020
Erich Fried Preis 2020
Preis der Leipziger Buchmesse 2018
Internationaler Hermann-Hesse-Preis 2018
Düsseldorfer Literaturpreis 2018
Karl-Dedecius-Preis 2011
Paul-Celan-Preis 2009
Ich bedanke mich bei den „Lyrik-Empfehlungen“ für die freundliche Unterstützung!
Freitg, den 5. Septemberi 2026 um 17.00 Uhr
ich lade ich Sie sehr herzlich zur Lesung mit den Gedichten von Anne-Marie Salome Brenner in die Lyrikhandlung am Hölderlinturm, Bursagasse 15, 72070 Tübingen, ein:
Anne-Marie
Salome Brenner:
„Isolde im Winter“,
„menschenorts“,
neue Gedichte
Es liest Heino Schmull
Termin: Freitag, den 5. September 2026 um 17:00 Uhr, Bursagasse 15, 72070 Tübingen
Eintritt: 20 Euro (für Lesung, Brot und Wein) Ermäßigung: 15 Euro
Um Anmeldung wir gebeten: telefonisch unter 07071 566 71 71, per Email an Info@lyrikhandlung.de oder am einfachsten per Anmeldeformular
Zur Dichterin
1983 erschien eine Rezension im Feuilleton der „Zeit“ verfasst von Erich Fried über ein im Selbstverlag erschienen Gedichtband einer jungen, unbekannten Autorin, Anne-Marie Salome Brenner. Der Buchmarkt war irritiert, da Fried diese Gedichte als „genial“ bezeichnete und zugleich bekannte, dass er nie zuvor ein im Selbstverlag erschienenes Buch rezensiert habe.
Ein Jahr später versucht sich die gerade einmal 27-jährige Dichterin, Malerin und alleinerziehende Mutter eines 4jährigen Jungen das Leben zu nehmen, indem sie sich aus dem 3. Stock eines Tübinger Fachwerkhauses auf die Pflastersteine hinabstürzt. Sie überlebt, mehr noch, sie nimmt das Leben mit zerschmetterten Knochen, einem versehrten Rückgrat, unerträglichen Schmerzen wieder an und verwandelt all dies Erlebte in eine geradezu elementare Daseinskraft. Sie sagt, sie malt oft mit dem Stift, schreibt, mit dem Pinsel in der Hand.
Ein misshandeltes, unverstandenes Mädchen von außergewöhnlicher Fantasie und Sensibilität kann, nachdem sie die Bilder der Vernichtungslager gesehen hat, nicht begreifen, wie der Alltag einfach weiterlaufen konnte, als sei nichts geschehen. Ihre Unfähigkeit zur Verdrängung prägt Leben und Werk dieser Künstlerin, die sich aus Solidarität mit den ermordeten Juden dann „Salome“ nennt. Diese nie abnehmende Empfänglichkeit für das Unrecht dieser Welt sondert sie von der Mehrzahl der Menschen und von der alltäglichen Norm ab. Und doch, das schwere Schicksal, lässt sie immer weiter schreiben und malen, es ist eine innere Notwendigkeit; sie nimmt dieses versehrte Leben an, sie wird erneut schwanger, zieht ihre Tochter alleine groß, sie macht Ausstellungen, Lesungen, nimmt an den Wiesbadener Literaturtagen teil und vieles mehr.
1997 erscheint ihr Sammelband „menschenorts“ mit Gedichten, Bildern und Prosa.