Veranstaltungen in der Lyrikhandlung

Wallstein-Verleger Thedel von Wallmoden
spricht über das Wallstein-Lyrikprogramm und seine Geschichte.
Weitere Gäste und Lesende werden sein:
Nasima Sophia Razizadeh, die Ihren neuen Lyrikband „Die Goldwaage“ vorstellen wird sowie
Henning Ziebritzki, der aus „Vogelwerk“ lesen wird.
gerne lade ich Sie zu einem interessanten Nachmittag in die Lyrikhandlung am Hölderlinturm, Bursagasse 15, 72070 Tübingen, ein:
Samstag,
24. Mai 2025, um 17.00 Uhr, in der Lyrikhandlung am Hölderlinturm.
Eintritt 20 Euro (für Lesung, Brot und Wein) Ermäßigung: 10 Euro.
Aufgrund begrenzter Plätze bitten wir um Anmeldung, telefonisch unter 07071 566 7171, per Email oder am .einfachsten per Buchungsformular.

Nasima Sophia Razizadeh: Die Goldwage
Text und Leben sind in den Gedichten Nasima Sophia Razizadehs nicht voneinander trennbar, und doch zieht sich zwischen den beiden eine flüssige Grenze. Die Freiheit, die es ermöglicht, vom einen ins andere zu fliehen, ist eine grenzenlose. In dieser Grenzenlosigkeit mäandern und fließen die Texte, immer wieder mündend in die Sprache selbst – »Die Zunge ist vogelfrei«, wie es in einem der Gedichte heißt. Die Motivik ist sprach-verwurzelter, sprach-durchwobener Natur, folgt sinnlich-stilistischen Chimären und thematischen Luftspiegelungen, legt und verwischt Spuren, die auf Körper verweisen, und reicht von der Pflanzen- und Tierwelt hin bis zur griechischen Antike – verbunden durch den Faden der Arachne, nicht der Ariadne, und immer auf der Suche nach der Freisetzung.

Henning Ziebritzki: Vogelwerk
Sanderling und Nebelkrähe, Graureiher und Großer Brachvogel, die Wasseramsel, der Weißstorch – die Gedichte in Henning Ziebritzkis Zyklus »Vogelwerk« beziehen ihren Impuls aus den Besonderheiten der Vogelart, über die sie sprechen. Ausgehend vom Gesang des Gimpels, den Bewegungen einer Amsel oder dem Flug von Mehlschwalben erkunden die Gedichte die Vogelwelt ebenso wie den inneren Menschen. Wer im Vogelwerk spricht, entdeckt in der Begegnung mit dem Tier die Sprache und sich selbst. So vielfältig Gestalt und Federkleid, Flug- oder Brutverhalten, Lebensraum und Stimmen der Vogelarten sind, so verschieden sind auch die Formen und Töne dieser Gedichte
Der Band bietet ein poetisches Kompendium, das überraschend, beunruhigend und faszinierend ist. Die Beobachtung der Vogelart, die Regungen der Seele und ihre vielen Sprechweisen verschränken sich zu Poemen, die als Vogelwerk immer beides sind: raffiniertes Kunstprodukt und Vergegenwärtigung der Vogelart, der sie sich verdanken.
Ausgezeichnet mit dem Peter-Huchel-Preis 2020.

Lesung und Gespräch:
Agi Mishol und Anne
Birkenhauer:
„Gedicht für den unvollkommenen Menschen“
Moderation: Michael Raffel
Samstag, 31. Mai 2025, um17.00 Uhr, in der Lyrikhandlung am Hölderlinturm.
Eintritt 20 Euro (für Lesung, Brot und Wein) Ermäßigung: 10 Euro.
Aufgrund begrenzter Plätze bitten wir um Anmeldung, telefonisch unter 07071 566 7171, per Email oder am .einfachsten per Buchungsformular.
Zum Buch:
In Israel ist Agi Mishol eine Bestsellerautorin. Längst schon gilt sie als Lyrikerin von internationalem Rang. Die Edition Lyrik Kabinett bei Hanser gewährt mit ihrem Band Gedicht für den unvollkommenen Menschen erstmals einen umfassenden Einblick in Mishols poetisches Arbeiten. Endlich! Denn mit Mishols Versen werden für kostbare Versmomente die Tatsachen klar, die Sachverhalte einfach, die Dinge wundersam greifbar, und zwar ohne ihre Unfassbarkeit zu verlieren: »Meditation / Still dasitzen / am Wegrand im Feld / Fische angeln ohne Fluss / und ohne Haken.« Mit beeindruckender Selbstverständlichkeit hat Mishol auch das Politische unserer Zeit am Haken. Kaum vorstellbar, dass sich jemand diese Lyrik pointierter Einfachheit entgehen lassen könnte. Zumal die Übersetzungen von Anne Birkenhauer ebenso brillant wie präzise sind.
Aus dem Hebräischen übersetzt von Anne Birkenhauer. Mit einem Nachwort von Ariel Hirschfeld. Edition Lyrik Kabinett bei Hanser.
Zur Autorin:
Agi Mishol wurde 1946 in eine ungarische Familie in Transsilvanien geboren, die bald darauf nach Israel einwanderte. 1972 erschien der erste ihrer bisher 20 Gedichtbände, die allesamt Bestseller sind. Für ihre Gedichte, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, wurde sie vielfach ausgezeichnet, 2019 mit dem internationalen Zbigniew-Herbert-Literaturpreis.
Anne Birkenhauer lebt schon über die Hälfte ihres Lebens in Jerusalem und übersetzt seit 1989 hebräische Literatur. Sie ist nicht nur eine passionierte Übersetzerin von Autoren wie David Grossman oder Chaim Be’er, sondern hält auch Vorträge darüber, wie ihre Übersetzungen zustande kommen.
Dabei reizen sie Werke, in denen der kulturell religiöse jüdische Hintergrund eine zentrale Rolle spielt, genauso wie solche, in denen besondere Register der Umgangssprache übertragen werden müssen, wie bei Sara Shilo.
Anne Birkenhauer erhielt für ihre Arbeit den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, den Internationalen Literaturpreis Albatros (zusammen mit David Grossman für „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“), den Jane Scatcherd-Preis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung; für ihre Lyrikübersetzungen den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und den Paul-Celan-Preis des Deutschen Literaturfonds.
Ich bedanke mich bei den
„Lyrik-Empfehlungen“ für die freundliche Unterstützung!
Vorschau auf kommende Veranstaltungen in 2025
Während der Sommerferien: Auf Lyrik-Schatzsuche durch die Tübinger Altstadt
Hier das Programm aus 2024! Wird in 2025 wiederholt.
Eine Lyrik-Schatzsuche für Kinder & Familien
Ein Projekt des Hölderlinturms, der Lyrikhandlung am Hölderlinturm und des Poedu.
Vom 31. Juni bis 13. September 2025 können in Tübingen neugierige Schatzsucher selbstständig geheime Verstecke aufspüren und literarische Schätze finden. Dafür sind an acht Orten kleine Kugeln mit bezaubernden Kindergedichten versteckt, die darauf warten, entdeckt und gelesen zu werden. Einige der Gedichte sind bei einem Lyrik-Workshop für Kinder im Hölderlinturm entstanden.
Mit der Lyrik-Schatzsuche lassen sich besondere literarische Orte der Tübinger Altstadt wie der Hölderlinturm, Hauffs Wohnhaus oder das Hesse-Kabinett neu und spielerisch erkunden. Die versteckten Gedichte spielen mit Sprache und sind oft sehr komisch und wirken ganz unmittelbar.
Vielleicht macht nicht nur die Schatzsuche und das Lesen Spaß, sondern auch das Selbstverfassen von Lyrik zu Hause anhand des Buches „Poedu“ oder in einem der Workshops in der Lyrikhandlung oder im Hölderlinturm.
Die Schatzkarte mit allen Hinweisen gibt es kostenlos im Hölderlinturm, in der Lyrikhandlung, im Rathaus, im Stadtmuseum und in der Stadtbücherei.
Die Lyrik-Schatzsuche ist eine Kooperation des Museums Hölderlinturm mit der Lyrikhandlung am Hölderlinturm und dem Projekt „Poedu“, einer Poesiewerkstatt für Kinder.
Weitere Informationen:
26. bis 28. September:
Tübinger Bücherfest zu Gast mit vielen LyrikerInnen, mitorganisiert von der Lyrikhandlung.