Veranstaltungen in der Lyrikhandlung

Vom Lauschen Zuhören und Genießen – Jeweils am 1. Sonntag des Monats um 11.00 Uhr

Begleitet von einem köstlichen Brunch hören wir Gedichte zum Thema „Liebesfreud und Liebesleid“, zu Christine Lavant, Rose Ausländer, Christine Busta oder Ingeborg Bachmann im Originalton. Es wird ein poetischer und köstlicher Sonntagvormittag werden. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Ausführliche Infos gibt es hier.

Die nächsten Termine:
7. Juni
2026Christine Lavant: Die Bettlerschale, Gedichte
5. Juli 2026: Rose Ausländer: Gedichte
2. August 2026Rose Ausländer: Gedichte
06. September 2026: Rose Ausländer: Gedichte (Wiederholung aufgrund hoher Nachfrage)

Weitere Termine folgen.       

Zudem ist in Vorbereitung:

Ingeborg Bachmann: Gedichte 1948 – 1957 

Eine Anmeldung ist erforderlich, telefonisch unter 07071-566 7171, per Email an Info@lyrikhandlung.de oder am einfachsten per Anmeldeformular.

Veranstaltungen in 2026

Samstag, den 5. September 2026 um 17.00 Uhr

Ich lade ich Sie sehr herzlich zur Lesung mit den Gedichten von Anne-Marie Salome Brenner in die Lyrikhandlung am Hölderlinturm, Bursagasse 15, 72070 Tübingen, ein:

Anne-Marie Salome Brenner: Selbstporträt vor Selbstporträt (1990)

 

Anne-Marie Salome Brenner:


Isolde im Winter“,
„menschenorts“,
neue Gedichte


Es liest Heino Schmull

Termin: Samstag, den 5. September 2026 um 17:00 Uhr, Bursagasse 15, 72070 Tübingen 

Eintritt: 20 Euro (für Lesung, Brot und Wein) Ermäßigung: 15 Euro

Um Anmeldung wird gebeten: telefonisch unter 07071 566 71 71, per Email an Info@lyrikhandlung.de oder am einfachsten per Anmeldeformular

Zur Dichterin

1983 erschien eine Rezension im Feuilleton der „Zeit“ verfasst von Erich Fried über den im Selbstverlag erschienen Gedichtband einer jungen, unbekannten Autorin, Anne-Marie Salome Brenner. Der Buchmarkt war irritiert, da Fried diese Gedichte als „genial“ bezeichnete und zugleich bekannte, dass er nie zuvor ein im Selbstverlag erschienenes Buch rezensiert habe.

Ein Jahr später versucht sich die gerade einmal 27-jährige Dichterin, Malerin und alleinerziehende Mutter eines 4jährigen Jungen das Leben zu nehmen, indem sie sich aus dem 3. Stock eines Tübinger Fachwerkhauses auf die Pflastersteine hinabstürzt. Sie überlebt, mehr noch, sie nimmt das Leben mit zerschmetterten Knochen, einem versehrten Rückgrat, unerträglichen Schmerzen wieder an und verwandelt all dies Erlebte in eine geradezu elementare Daseinskraft. Sie sagt, sie malt oft mit dem Stift, schreibt, mit dem Pinsel in der Hand.

Ein misshandeltes, unverstandenes Mädchen von außergewöhnlicher Fantasie und Sensibilität kann, nachdem sie die Bilder der Vernichtungslager gesehen hat, nicht begreifen, wie der Alltag einfach weiterlaufen konnte, als sei nichts geschehen. Ihre Unfähigkeit zur Verdrängung prägt Leben und Werk dieser Künstlerin, die sich aus Solidarität mit den ermordeten Juden dann „Salome“ nennt. Diese nie abnehmende Empfänglichkeit für das Unrecht dieser Welt sondert sie von der Mehrzahl der Menschen und von der alltäglichen Norm ab. Und doch, das schwere Schicksal, lässt sie immer weiter schreiben und malen, es ist eine innere Notwendigkeit; Sie nimmt dieses versehrte Leben an, sie wird erneut schwanger, zieht ihre Tochter alleine groß, sie macht wieder Ausstellungen, Lesungen, nimmt an den Wiesbadener Literaturtagen teil und vieles mehr.

1997 erscheint ihr Sammelband „menschenorts“ mit Gedichten, Bildern und Prosa.

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