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SUMMARY:35. Literaturgespräch: Kurzlesungen mit Gespräch  Angelika Klüssendorf / Yevgeniy Breyger / Laszlo Krasznahorkai
DESCRIPTION:Angelika Klüssendorf: Vierunddreissigster September\nModeration: Thomas Geiger \nNach ihrer gefeierten Roman-Trilogie „Das Mädchen“\, „April“ und „Jahre später“ legt Angelika Klüssendorf ihr neues Buch vor: „Vierunddreißigster September“ (Piper\, 2021) führt in ein ostdeutsches Dorf\, zu den Lebenden und den Toten\, zu Hilde und Walter\, zu Röschen\, Branka\, dem Rollschuhmädchen und der ganzen Dorfgemeinschaft. Während in der Gegenwartsliteratur die Perspektive der Mittelschicht vorherrsche\, erzähle Klüssendorf „von Außenseitern\, mal mit plebejischem Witz\, mal mit rebellischer Kraft“\, so der Journalist Jens Bisky in seiner Laudatio auf die Marie Luise Kaschnitz-Preisträgerin 2019. \nMit großer Empathie und tiefschwarzer Komik führt Angelika Klüssendorf in die kleine Gesellschaft ihres neuen Romans ein. Am Anfang steht ein Mord: Der zornige Walter wird in der Silvesternacht erschlagen – von Hilde\, seiner Frau. Nur kurz vor seinem Ende war er plötzlich sanft und zugewandt. Als Toter wird er zum Chronisten\, sieht sich dazu verdammt\, die Schicksale im Dorf festzuhalten. Und er fragt nach dem Warum. Was war der Grund für Hildes Tat? Geschah sie aus Hass oder aus Barmherzigkeit? Ein Dorfroman als hintersinniges Meisterwerk voller Wut\, Melancholie und Zärtlichkeit. \nYevgeniy Breyger: gestohlene luft\nModeration: Annette Pehnt \n„Erinnerung strömt durch Gelenke\, sammelt sich in Faszien\, wird Information\, Narrativ\, Krankheit – wird übertragen.“ So beschreibt Yevgeniy Breyger seine Poetik. In seinem jüngsten Lyrikband „gestohlene luft“ (kookbooks Verlag\, 2020) fließen Erinnerungen\, Glücksmomente und Traumata durch sechs\, in ihrer Form unterschiedliche Zyklen\, stets verankert im lyrischen Ich. Angefangen mit dem Countdown der Schöpfung „Noch fünf Tage“ bis zum letzten Gedicht „Mit sieben Augen aufgewacht und keines sieht“ versammelt Breyger Träume\, die die Grenzen zwischen Individuum und Weltgeschichte\, zwischen Mensch und Tier\, zwischen Zärtlichkeit und Gewalt verschwimmen lassen. Als „mit allen rhythmischen Wassern gewaschen“ – so sein Dichterkollege Jan Kuhlbrodt – zieht er die Leser*innen wie von Zauberhand hinein in seine vielfältigen\, rätselhaften „Königreiche“. \nDer in der Ukraine geborene Lyriker studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim\, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Curatorial Studies an der Hochschule für Bildende Künste–Städelschule in Frankfurt am Main. Für seinen vielbeachteten Debütband „flüchtige monde“ erhielt Yevgeniy Breyger u. a. den Leonce-und-Lena-Preis 2019. \nLászló Krasznahorkai: Herscht 07769\nModeration: Thomas Geiger \n„Jedes meiner Bücher soll die literarische Landkarte verschieben“\, sagt der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller\, der europäische Weltbürger László Krasznahorkai. Die Werke des in Ungarn geborenen Autors erzählen von weit voneinander entfernten Ortschaften und ihren Bewohner*innen: von kleinen Städten in Südostungarn („Satanstango“\, „Melancholie des Widerstands“)\, von der Mongolei („Der Gefangene von Urga“)\, vom Süden Kyotos („Im Norden ein Berg\, im Süden ein See\, im Westen Wege\, im Osten ein Fluss“)\, von Budapest\, Kreta und Rom („Krieg und Krieg“).Dabei fängt er die menschliche Existenz in Szenen ein\, „die besorgniserregend\, befremdlich\, erschreckend komisch und oft überwältigend schön sind“\, heißt es in der Jurybegründung zum Man Booker International Prize 2015. \nSein jüngster Roman „Herscht 07769“ (S. Fischer\, 2021) führt in eine vergessene Kleinstadt in Thüringen\, in der Florian Herscht unermüdlich Briefe an Frau Merkel verfasst. Fieberhaft-eilig\, dabei vergeblich auf Antworten wartend\, warnt er immer wieder vor der vermeintlichen Katastrophe. Mit melancholischem Humor und abgründigem Sarkasmus erzählt László Krasznahorkai von einer beängstigenden deutschen Gegenwart. \nEintritt: 5 Euro (für alle drei Lesungen)
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